Halle an der Saale am Ende des 17. Jahrhunderts – Christina Auerswald: „Das Saturei-Medaillon“

Copyright: Oeverbos Verlag

Im Frühjahr letzten Jahres habe ich dieses tolle Buch im Rahmen einer Buchverlosung bei Lovelybooks gewonnen und mich sehr darüber gefreut, da es in Halle an der Saale spielt. In der Stadt, in der ich fast 20 Jahre gelebt habe. Ich war sehr neugierig, ob ich einige Ecken der Stadt in dem Buch wiederfinden würde. Und wie es so ist, bin ich erst jetzt nach über einem Jahr zum Lesen gekommen und kann nur sagen – sehr gut geschriebener historischer Roman!

Halle/Saale im Jahr 1695

Magdalenes Amme Anna stirbt, und plötzlich behaupten die Leute, Anna wäre ein schlechter Mensch gewesen. Das kann nicht stimmen! Oder hat es etwas mit dem Medaillon zu tun, das in Annas Truhe liegt?
Als auch noch Magdalenas Onkel darauf besteht, Anna weit weg von Halle beerdigen zu lassen, ist Magdalenes Geduld erschöpft. Sie will unbedingt erfahren, wie Anna zu diesem wertvollen Schmuck gekommen ist. Doch dazu muss sie sich auch den eigenen Sünden stellen.
-Covertext-

Im Nachlass der verstorbenen Anna, Magdalenes Amme, wird ein wertvolles Amulett gefunden. Doch wie kann es sein, dass sich etwas derartig Wertvolles im Besitz einer Magd befindet? Und so muss erst einmal vermutet werden, dass Anna es wohl unredlich erworben hatte. Doch Magdalene kann sich das nicht vorstellen; Anna war immer ein herzensguter Mensch gewesen. Und so beginnt sie in der Vergangenheit von Anna nach einer Erklärung zu suchen.

Halle am Ende des 17. Jahrhundert. Authentisch und sehr lebensnah durch die Autorin beschrieben, wird der Leser mit auf Zeitreise genommen und erhascht einen Blick auf das Leben des sich entwickelnden Bürgertums. Sitten- und Moralvorstellungen der Zeit werden gekonnt in diese schon etwas ins detektivisch gehende Geschichte eingeflochten, so dass die Charaktere Farbe und Glaubwürdigkeit in ihren Handlungen gelangen.
Ein paar Probleme hatte ich mit dem Eheproblem zwischen Magdalene und ihrem Mann Georg. Die Darstellung des Nebenherlebens und der Probleme, die sich aus dem Unvermögen der beiden nicht miteinander reden zu können ergaben, war mir einfach zu lang geschildert. Gerade Magdalenes Gedankengänge konnte ich nicht nachvollziehen. Sie erschien mir bisweilen zu sehr wie ein kleines, egozentrisches Mädchen, was ansonsten so gar nicht zu ihrem Charakter innerhalb dieses Buches passt.

Wer Halle kennt kann die Ortsbeschreibungen der Autorin Christina Auerswald recht gut nachvollziehen. Ich muss zugeben, dass ich direkt ein wenig Sehnsucht nach der Stadt bekommen habe.
Und gelernt habe ich auch wieder etwas, denn bisher kannte ich die Bezeichnung Saturei für das Sommer-Bohnenkraut nicht.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir zuerst noch die ersten beiden Bände der Magdalene-Reihe besorgen, oder gleich mit dem vierten Band fortsetzen soll. Eines ist aber gewiss, aus der Reihe werden weitere Bücher Einzug bei mir halten.

ISBN: 9783947141302
Verlag: Oeverbos Verlag
Erscheinungsdatum: 19.03.2020
Erscheinungsform: Softcover
Preis: 15,90 €


Kategorien:Historischer Roman, Leseregal

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